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31.12.2023

Bischof Hanke zu Silvester: Nicht nur Rückblick, sondern Blick nach vorne

Bischof Hanke am Mikrofon

Bischof Gregor Maria Hanke bei der Silvesterpredigt in der Eichstätter Schutzengelkirche. Foto: Norbert Staudt/pde

Eichstätt. (pde) – „Die gegenwärtige Lage der Kirche und des Glaubens muss uns keineswegs mutlos machen“ so der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke in seiner Silvesterpredigt, die nicht nur Rückblick auf das vergangene Jahr sein möchte, sondern vor allem eine Frage, was die Betrachtung der aktuellen Situation „uns für 2024 aufgibt“.

Noch bevor Bischof Hanke die Situation der katholischen Kirche analysiert, betonte er jedoch: „Unser Gedenken soll zunächst in die Ukraine gehen, wo die Bevölkerung ganzer Orte und Landstriche seit nahezu zwei Jahren in Angst vor russischen Angriffen lebt.“ Auch erinnert er an das Leid und die „Verzweiflung vieler Menschen im Gaza-Streifen und in jenen israelischen Familien, die der Terrorangriff des 7. Oktober brutal getroffen hat.“ Aber auch die Konflikte in Afrika, vor allem im Sudan sollten nach seinen Worten nicht vergessen werden. 

Hanke konstatiert dabei, dass das einstige Erfolgsmodell „Westen“, die „westliche Welt“, von dem man bis vor kurzem glaubte, es sei ein Exportschlager und Friedensbringer für viele Regionen auf dem Globus, sich einer mächtigen Ablehnung gegenüber sehe. Gegen den Westen zu sein, sei dabei ein Kennzeichen der multipolaren Welt, in der sich neue Blockbildungen und damit gefährliche Spannungen entwickeln würden. Hinzu kommt, dass die Umweltkrise eine globale Herausforderung sei und vor allem die weniger entwickelten Länder hart treffe. Der Bischof bemerkte ferner, dass „in unserer eigenen Gesellschaft“ Polarisierungen und wachsende Ängste festzustellen seien. „Die Welt verändert sich auf beängstigende Weise“, so Hanke. „All das scheint uns wenig Spielraum zu lassen, beim Blick zurück zu verweilen. Wir müssen uns sorgen, was die Zukunft bringt.“

Das Jahr 2023 konfrontierte die Kirchen in Deutschland jedoch auch mit großen Umbrüchen, „die uns besorgt machen“, so der Bischof. So wird der Ressourcenrückgang im Bistum Eichstätt als besonders schmerzlich empfunden und habe zu Diskussionen und Verwerfungen geführt, wie der Bischof einräumte. Doch gelte es die „Ressourcenverknappung bei all unseren Planungen weiterhin im Blick zu behalten, damit wir zukunftstaugliche Wege in der Bistumspastoral einschlagen, damit Können und Wollen abgeglichen werden.“

Erschütternd hoch liegt auch weiterhin die Zahl der Kirchenaustritte. Die von der evangelischen Kirche in Auftrag gegebene Kirchenmitgliedschaftsstudie stellt ferner fest, dass für mehr als die Hälfte der Bevölkerung Religiosität mittlerweile keine Rolle mehr spiele. Für einen nicht geringen Prozentsatz sei diese sogar überholt und schädlich. Und selbst Kirchenmitglieder geben nur noch zu einem Drittel an, dass sie an Gott glauben würden. Allerdings betont Bischof Hanke an dieser Stelle: „Die gegenwärtige Lage der Kirche und des Glaubens muss uns keineswegs mutlos machen.“ Als Jüngerinnen und Jünger Jesu, als Kirche, habe man auch heute der Welt etwas zu sagen! Der Auftrag Jesu „Geht hinaus in alle Welt und verkündet das Evangelium“ schickt die Jünger nicht zu Menschen, die bereits religiös sozialisiert sind. Jesu Sendung bedeutet für Bischof Hanke heute, den Säkularen, den Religiös-Distanzierten die frohe Botschaft von der Erlösung und vom kommenden Gottesreich zu erschließen.

Deshalb stelle sich zunächst die Frage, wie die Erneuerung des Glaubens an Jesus Christus in der Gemeinschaft der Kirche,  gehen könne. Dieser Weg der Erneuerung von der Mitte aus beginnt für den Eichstätter Bischof „nicht irgendwo, sondern in unseren Pfarreien, kirchlichen Gremien, Gruppen, Hauskirchen und Verbänden und geht weiter auf den übergeordneten Ebenen.“ Dissens und Streit um Inhalte und Positionen, auch Ablehnung und Abneigungen würden dabei immer wieder auftreten, können aber nicht die bestimmenden Faktoren bleiben. Das ständige Aufbrechen zueinander sei anstrengend und würde der Hilfe Gottes durch persönliches Gebet, Liturgie und geistliches Gespräch bedürfen. 

Gottesdienste:


Montag bis Samstag: 7.00 Uhr und 9.00 Uhr; Donnerstag 19.00 Uhr
Sonntag 7.30 Uhr, 9.30 Uhr, 11.00 Uhr und 19.00 Uhr; Vorabendmesse Samstag 19.00 Uhr

Beichtgelegenheit jeden Samstag vor der Vorabendmesse von 18.00 Uhr bis 18.45 Uhr in einem Raum, der über den Seitenausgang der Schutzengelkirche zugänglich ist. Der Weg zum Beichtzimmer ist ausgeschildert. Es ist die anonyme Ohrenbeichte (Kniebank), sowie ein Beichtgespräch mit Sicht zum Beichtvater (Stuhl) möglich.

Die Plätze in der Kirche sind begrenzt. Vielleicht haben Sie die Möglichkeit statt am Sonntag an einem Werktag den Gottesdienst zu besuchen.